Teufelsberg
Wald(-baden), Street Art & What a View
Unser Samstag verlief deutlich ruhiger als geplant.
Während Teresa ihre Erkältung auskurierte, wollte ich „nur kurz“ ein paar Dinge am Blog und an unserer Website anpassen.
Nur kurz.
Jeder, der schon einmal mit WordPress gearbeitet hat, weiß vermutlich, was jetzt kommt.
Aus ein paar kleinen Änderungen wurde ein kompletter Neuaufbau. Irgendwann googelte ich Hosting-Einstellungen, kämpfte mit Themes, verstand langsam den Unterschied zwischen Frontend und Backend und hatte dauerhaft YouTube und ChatGPT geöffnet.
Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute, war es halb fünf morgens.
Ob sich der Aufwand gelohnt hat, dürft ihr entscheiden.
Zum Glück war der Sonntag deutlich erfolgreicher.
Nach einem gemütlichen Frühstück und frisch aufgepumpten Fahrradreifen machten wir uns auf den Weg Richtung Grunewald.
Unser Ziel? Baden. Und anschließend der Teufelsberg.
Schon auf dem Weg dorthin war mal wieder sehr schnell alles Grün. Teresa fühlte sich sofort mit dem Grunewald verbunden und beschloss kurzerhand, dass wir lieber einen kleinen Waldweg nehmen sollten als die breite Fahrradstraße.
Ich war skeptisch. Schließlich war die Fahrradstraße so breit, dass sich dort vermutlich zwei LKW problemlos begegnen könnten. Aber ich wollte ihr den Wunsch auch nicht abschlagen.
Der „kleine Waldweg“ entpuppte sich allerdings als schmaler, verwachsener Pfad mit ordentlicher Steigung.
Während Teresa den Berg gemütlich hinauffuhr, schob ich mein Fahrrad hinterher. Als sie irgendwann anrief und fragte, wo ich denn bleibe, wurde uns klar, dass wir völlig aneinander vorbeigeredet hatten.
Für mich war der Teufelsberg lediglich eine grobe Orientierung.
Für Teresa das eigentliche Ziel. Also stimmten wir uns noch einmal ab, entdeckten auf Google Maps den Teufelssee ganz in der Nähe und beschlossen, erst einmal bergab zum Baden zu fahren.
Eine super Entscheidung.
Kaum hatten wir unsere Fahrräder abgestellt, parkte auch schon der Eisverkäufer neben uns. Teresa überlegte nicht lange und stellte sich direkt für einen Erdbeer-Milchshake an.
Am See selbst zeigte Berlin dann wieder seine ganz eigene Seite. Anders als die eher bayrische Trennung zwischen Textil- und FKK-Bereich herrschte hier ein friedliches Miteinander. Zwischen Jung und Alt, angezogen und nackt, Menschen, Hunden und einem mit Sicherheit ohne gewerbliche Erlaubnis arbeitenden Aperol-Verkäufer war wirklich alles vertreten.
Wir suchten uns ein schönes Plätzchen unter einem Baum direkt am Wasser. Ich sprang sofort in den See, während Teresa ihrer Erkältung zuliebe lieber an Land blieb. Irgendwann spielten wir Uno Flip.
Ich bin übrigens nicht überzeugt von diesem Spiel. Normalerweise verliere ich schließlich nicht ständig. Laut Teresa war ich irgendwann auch keine besonders gute Verliererin mehr. Das sehe ich aber ganz anders.





Am Nachmittag zog es uns schließlich doch noch auf den Teufelsberg. Street Food meets Street Art klang schließlich nach einer hervorragenden Kombination.
Street Art gab es reichlich. Street Food eher weniger.
Die fünf Foodtrucks hätten den Titel fast alleine tragen müssen. Wir entschieden uns für eine Portion Pad Thai und Tacos.


Die Aussicht entschädigte allerdings für alles.
Oben auf der ehemaligen Abhörstation blickten wir in die eine Richtung über die endlosen Wälder des Grunewalds und in die andere über die Berliner Skyline.
Spätestens dort wurde klar, warum der Teufelsberg zu den beliebtesten Ausflugszielen Berlins gehört und war mit 10 Euro Eintritt auch jeden Cent wert.
Nach einem Rundgang durch die Gebäude, unzähligen Graffiti und einer kleinen Ausstellung über die Geschichte der ehemaligen Abhörstation machten wir uns schließlich auf den Heimweg.
Das Wochenende war schneller vorbei, als uns lieb war.











Berlin-Wissen: Der Teufelsberg
Der Teufelsberg sieht aus wie ein ganz normaler Hügel, ist in Wirklichkeit aber ein gewaltiger Trümmerberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier Millionen Kubikmeter Schutt aufgeschüttet. Unter dieser gewaltigen Masse liegt bis heute der nie vollendete Rohbau der Wehrtechnischen Fakultät aus der NS-Zeit verborgen.
Seinen Namen verdankt der Teufelsberg dem nahegelegenen Teufelssee. Wegen seiner Höhe errichteten die USA und Großbritannien während des Kalten Krieges auf dem Gipfel eine Abhörstation, von der aus der Funkverkehr des Ostblocks überwacht wurde. Heute befindet sich das Gelände in privater Hand. Wo früher Spionage betrieben wurde, prägen heute Graffiti, Kunstprojekte und wechselnde Ausstellungen das Bild. Vor allem aber lockt der Teufelsberg mit einem der schönsten Panoramablicke über Berlin.