Sommerabend auf der Museumsinsel

Museumsinsel, Alexanderplatz und Kreuzberg

Der Freitag begann wie bisher jeder Freitag: mit Unterricht. Danach wurde noch schnell der Haushalt erledigt und schon war das Wochenende eingeläutet.
 
Eigentlich wollten wir anschließend unser Viertel weiter erkunden. Daraus wurde allerdings nichts. Teresa hatte noch eine Vorstellungsgespräch in einer Weinbar – allerdings nicht wie gedacht in Charlottenburg, sondern in Steglitz.

Bis sie wieder zurück war, hatten wir unseren ursprünglichen Plan etwas modifiziert.
 
Also beschlossen wir sofort, zur Museumsinsel zu fahren.
 
Vorher ging es natürlich noch kurz zum Späti unseres Vertrauens. Zwei Cider später saßen wir in der U-Bahn und standen nur wenige Stationen später zwischen Berliner Dom, Lustgarten und den beeindruckenden Museumsgebäuden.
 
Es ist schon verrückt, wie unterschiedlich Berlin sein kann. Eben noch zwischen Altbauten und Spätis, wenige Minuten später fühlt man sich plötzlich wie in einer anderen europäischen Hauptstadt.
 
Zuerst wollten wir dort nur ein neues Foto für Teresas Steckbrief bei Amnesty machen, daraus wurde dann ein kleines Fotoshooting, bei dem ich meine fotografischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte.
 
Natürlich blieb es nicht nur dabei.
 
Während wir über die Brücken schlenderten, zog uns plötzlich ein Straßenmusiker in seinen Bann. Teresa erkannte sofort, dass der Geiger nicht einfach nur irgendwelche Stücke spielte, sondern mit viel Talent und seiner E-Geige arabische Melodien interpretierte.
 
Wir setzten uns also dazu.
 
Zumindest so lange, bis sich ein echtes Berliner Original neben uns niederließ. Nach wenigen Minuten war klar: Er hatte Redebedarf. Sehr viel Redebedarf.
 
Auch mehrere freundliche Hinweise, dass wir eigentlich dem Musiker zuhören wollten, beeindruckten ihn nur bedingt. Erst nach zwei äußerst dramatischen Geschichten verabschiedete er sich schließlich wieder.
 
Jetzt konnten wir den Musiker endlich genießen.

Anschließend zog es uns weiter zum Humboldt Forum. Eigentlich sind wir wegen des kleinen Wochenendfestivals „Durchlüften“ gekommen, geblieben sind wir dann aber vor allem wegen der Dachterrasse
 
Der Eintritt war kostenlos und der Blick über Berlin schlicht beeindruckend. Fernsehturm, Dom, Spree und unzählige Dächer – wir hätten dort wahrscheinlich Stunden verbringen können.
 
Bevor wir also ausschließlich den Ausblick samt Sonnenuntergang genießen konnten, half ich noch zwei Frauen dabei, ein gemeinsames Foto von ihnen zu machen. Als sie sich revanchieren wollten, sagte ich natürlich nicht nein.
 
Die beiden waren ungefähr im Alter unserer Mütter und gehörten eindeutig zur Fraktion „Handy mit Klapphülle“.
 
Das Ergebnis war jedenfalls kreativ. Überzeugt von ihren Fähigkeit erklärte sie uns, dass sie zunächst versucht habe, die Sonne zwischen uns zur Geltung zu bringen. Anschließend entdeckte sie auch noch die Zoom-Funktion.
 
Das Ergebnis werden wir euch natürlich nicht vorenthalten.

 
Spätestens jetzt meldete sich allerdings der Hunger. Also machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Ich wurde relativ schnell fündig, während Teresa sich – wie so oft – nicht entscheiden konnte.
 
Also liefen wir einfach weiter Richtung Alexanderplatz.
 
Dort überzeugte uns das kulinarische Angebot allerdings auch nicht wirklich. Erst nach einigem Hin und Her landete Teresa schließlich bei einem peruanischen Sandwich, während ich mein Essen bereits verdrückt hatte. Das Mango-Curry beim Inder daneben musste deshalb bis zum nächsten Besuch warten.
 
Da uns der Alexanderplatz insgesamt nicht besonders gefiel, schauten wir noch einmal auf unsere Berlin-Liste. Eine Empfehlung führte uns schließlich ins Gräfekiez.
 
Tagsüber soll dort richtig viel los sein.
 
Wir kamen allerdings erst kurz vor Mitternacht an.
 
Viele Cafés hatten bereits geschlossen, trotzdem fanden wir noch eine gemütliche Kneipe „Solid“ mit Außenplätzen und ließen den Abend entspannt bei einem Bierchen ausklingen.
 
Als ich dann nebenbei nach dem Heimweg schaute, war sie wieder da.
 
Die obligatorische Stunde Fahrzeit.
 
Berlin bleibt eben groß.
 
Trotzdem war es einer dieser Abende, an denen wir einfach nur glücklich nach Hause gefahren sind. Nicht, weil wir alles gesehen hatten – sondern weil wir uns einfach treiben ließen.
 

Berlin Tipp#8: Zeit nehmen für Straßenmusiker:innen 🙂
-Silvia
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