Ein Wochenrückblick
Besser spät als nie
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Die letzte Woche war geprägt von kleinen Erfahrungen und Erlebnissen. Neben den üblichen Arbeitsthemen beschränkten sich die Lernhighlights vor allem auf den Blockunterricht – drei Tage gefüllt mit weiteren Verordnungen, internationalem Familien- und Erbrecht. Klingt ungefähr so aufregend, wie es war.
Im Anschluss an einen der Unterrichtstage wollte ich deshalb versuchen, eine nahegelegene Badestelle ausfindig zu machen. Nach einer kurzen Google-Recherche landete ich im Volkspark Jungfernheide.
Dort fand ich tatsächlich eine ziemlich nette Badestelle – auf der Seite des Volleyballfelds, welches sich aber eigentlich nicht mehr so nennen dürfte – und quasi genau gegenüber vom Strandbad, bei dem man Eintritt zahlen muss. Im Endeffekt ist es natürlich dasselbe Gewässer, nur dass man hier unentgeltlich hingehen kann.
Es war auch gar nicht besonders viel los. Ich fand einen schönen Platz unter einem Baum, ein paar Kinder waren da und auch Schwäne (was sonst), es war alles sehr entspannt, selbst die Schwäne akzeptierten dankenswerter Weise uns Menschen. Mein persönliches Highlight hatte allerdings vier Beine und hieß Keks ein gerade einmal drei Monate alter Baby-Rottweiler, den ich dort getroffen habe und natürlich auch streicheln durfte.



Danach ging es für mich weiter zum Kickboxen. Challenge #310.
Nachdem am Mittwoch noch Unterricht von daheim aus angesagt war, entschied ich mich am Donnerstag dazu, mal wieder die Bib aufzusuchen – wohl eher mit dem Fokus darauf, meinen inzwischen doch beachtlichen Rückstand an Blogbeiträgen aufzuarbeiten.
Gesagt, getan.
Nach dem Unterricht und einer Coke später in der Sonne beschloss ich allerdings schon wieder weiterzuziehen und ein Café ausfindig zu machen.
Teresa hat bereits ziemlich früh eine tolle Google-Maps-Liste angelegt, in der sie Cafés und andere Orte abspeichert, die so aussehen, als müssten sie von uns irgendwann einmal aufgesucht werden. Davon profitiere ich natürlich hervorragend.
Entlang der Spree ging es dann zu Zimt & Zucker, einem Kaffeehaus zwischen Nostalgie und Moderne, das ein bisschen an die Wiener Kaffeehäuser der 1920er-Jahre erinnern will.
Drinnen war nicht allzu viel los und ich fand ein schönes Plätzchen für mich, meinen viel zu großen Rucksack und meinen Laptop.
Bereits der erste Blick auf die Karte reichte aus, um festzustellen: Hier werde ich glücklich.
Direkt auf der ersten Seite lachte mich nämlich ein Cappuccino mit Baileys an.
Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Seit mir vor einigen Jahren erstmals dieser
Kaffeegenuss gezeigt wurde, gönne ich mir hin und wieder auch morgens einen solchen Cappuccino. Und sind wir mal ehrlich – ein bisschen Rebellion beim ersten Kaffee kann sich durchaus positiv auf den restlichen Tag auswirken 🙂
Also bestellte ich, vermutlich etwas zu euphorisch, meinen Spezial-Cappuccino, den ich seit mindestens zwei Monaten nicht mehr getrunken hatte. Dazu noch eine Mango-Maracuja-Limonade und alles war perfekt.
Dann ging es ans Schreiben.

Mama zu Besuch, eine Woche geskippt, schon wieder zu nichts gekommen – es gab einiges nachzuholen. Ich schrieb also vor mich hin und verlor dabei offenbar jegliches Zeitgefühl.
Unerwartet wurde ich freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, dass das Lokal leider bereits um 17 Uhr schließt.
Nicht wissend, wo die Zeit eigentlich hin war, brachte ich noch meinen letzten Satz zu Ende, packte meinen viel zu großen Rucksack wieder zusammen und machte mich langsam auf den Heimweg.
Dabei fiel mir ein, dass ich ja schon länger wieder zum Friseur musste.
Also führte ich ein paar eher halbherzige Google-Recherchen durch. Mein Anspruch war dabei eigentlich ziemlich konkret: am besten irgendwo in der Nähe und idealerweise mit Kenntnissen im Wolf-Cut-Schnitt.
Auf dem Weg fand ich erst einmal nichts Überzeugendes.
Bis ich kurz vor daheim am SHO vorbeikam.
Ich blieb stehen und las mir die Rezensionen durch.
Solide, war mein erster Gedanke.
Was soll’s, mein nächster.
Und prompt fand ich mich auf einem Friseurstuhl wieder – in den hoffentlich fähigen Händen von Helena, die ausschließlich Englisch und Ukrainisch sprach.
Nun ja.
Meine Englischkenntnisse sind jedenfalls nicht ganz so solide wie die Bewertungen des Friseursalons.
Nach dem ersten Kaffee begann deshalb eine etwas längere Diskussion darüber, was ich eigentlich mit meinen Haaren vorhatte. Irgendwann kamen wir bei „Layers“ an.
Ich nickte vermutlich erst einmal einigermaßen wissend.
Nur wusste ich bis dahin nicht, dass „Layers“ schlicht und ergreifend Stufen bedeutet.
Das hätte die Unterhaltung möglicherweise von Anfang an erleichtert.
Irgendwie fanden Helena und ich sprachlich und frisurentechnisch trotzdem zusammen und am Ende war ich mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden.
Mit neuer Frisur machte ich mich also auf den Heimweg und freute mich dort direkt über die nächste Nachricht, die auf meinem Handy aufblinkte:
– Zugbindung aufgehoben.
Von Tobi.
Ich war sofort am Grinsen und hoffte nur noch, dass der Unterricht am nächsten Morgen nicht allzu lange dauern würde und Tobi tatsächlich eine frühere Verbindung nehmen könnte.
Nach eineinhalb Monaten würden wir uns endlich wiedersehen.
Teresa erwartete ihren Besuch derweil schon am Donnerstag. Ihre Mutter hatte ihren Zug extra so gebucht, dass sie bereits früher ankam. Am Freitag sollten dann noch Schwester und Schwager folgen.
Und auch wenn Teresas Familie wirklich durchweg super ist: Ich war ganz froh, dass nicht alle bei uns schliefen, sondern sich für ein Hotel in der Nähe des Ku’damms entschieden hatten.
55 Quadratmeter.
Sechs Personen.
Das wäre selbst für Berliner Wohnverhältnisse ein interessantes Experiment geworden.
Berlin Tipp: Volkspark Jungfernheide
Wer im Sommer einfach ein bisschen ans Wasser möchte, muss nicht zwangsläufig ins Strandbad.
Mein Fazit: Decke, Buch und Badesachen einpacken und einfach ausprobieren. Keks kann allerdings nicht garantiert werden, Schwäne hingegen schon.
Berlin Tipp: Cafe Zimt & Zucker
Ein Café ganz nach meinem Geschmack: ein bisschen nostalgisch, gemütlich genug, um den Laptop auszupacken, und vor allem gibt es Cappuccino mit Baileys. Was will man mehr?
Mein Tipp: Nicht so sehr ins Schreiben vertiefen wie ich – aktuell schließt das Café bereits um 17 Uhr.
📍 Schiffbauerdamm 12, 10117 Berlin
Öffnungszeiten: täglich 08:00–17:00 Uhr