Erstes Wochenende in Berlin
Zwischen Pilates-Katastrophe und Berliner Brotproblem
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Nach der ersten Woche in Berlin stand direkt das erste Wochenende an. Wobei – so ganz Wochenende war es dann doch nicht. Am Freitag mussten wir zwar nicht arbeiten, dafür stand die erste Vorlesung im Schwerpunkt an: Einführung ins Internationale Privatrecht.
Klingt trocken. War es teilweise auch.
Spannend wurde es vor allem dadurch, dass wir absolut keine Ahnung vom Stoff hatten und gleichzeitig herausfinden mussten, ob unsere Internetversorgung überhaupt eine vierstündige Vorlesung überlebt.
Denn: Wir haben immer noch kein WLAN.
Anfangs war das tatsächlich fast ein Ausschlusskriterium für die Wohnung. Zum Glück hatte ein Kollege (überraschenderweise) die rettende Idee: ein mobiler Router. Ein kleines Gerät, SIM-Karte rein und plötzlich hatten wir wieder so etwas Ähnliches wie Internet.
Der Router war aber leider noch nicht angekommen, aber der Handy-Hotspot richte aus. Also saßen wir mit Kaffee und Müsli im Wohnzimmer und hörten uns die ersten Grundlagen an.
Nach der Vorlesung war schnell klar: Wir müssen raus.
Das Wetter war viel zu gut, um den Tag in der Wohnung zu verbringen. Außerdem sind unsere nächsten Wochenenden schon ziemlich verplant, da sich der erste Besuch angekündigt hat.
Bevor wir loszogen, wollten wir aber noch etwas Sport machen.
Nach unserer ersten richtig guten Pilates-Stunde mit Tilda hatten wir hohe Erwartungen. Diesmal durfte Teresa den Kurs aussuchen. Also ging es nach Charlottenburg.
Und direkt vorweg:
> Es war anders.
Während wir noch versucht haben herauszufinden, welche Übung wir eigentlich machen, war der Kurs gefühlt schon drei Übungen weiter.
Pilates in 2,0-facher Geschwindigkeit.
Kaum war der Arm oben, ging es schon runter.
Mitten in einer anspruchsvollen Übung klingelte dann auch noch das Handy.
Der Freund aus L.A. (Ja, L.A. wurde extra betont.) Mit den Worten: „Ihr wisst schon, die Zeitverschiebung (..)“, nahm sie das Telefonat an und lies uns weiter schwitzen.
Wir durften die Position halten.
Und halten … und halten.
Die rechte Seite übrigens ungefähr doppelt so lange wie die linke.
Nach dieser sportlichen Erfahrung schauten wir uns noch etwas in Charlottenburg um. Ein paar süße Läden entdeckten wir direkt. Der erste war eher enttäuschend, der nächste dafür ein echter Glücksgriff:
> LiLO Berlin.
Ein Laden mit Kleidung, Wohnaccessoires und jeder Menge Dingen, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie braucht.
Teresa hatte das Konzept auf jeden Fall verstanden.
Während ich mich noch umschaute, rechnete sie gedanklich bereits aus, wie viele Sachen sie ihren nächsten Besuchern mitgeben kann, damit am Ende auch alles wieder nach Augsburg kommt.
Der Samstag verlief deutlich ruhiger.
Teresa hatte ihren ersten Probearbeitstag in einem Biergarten. Ob daraus mehr wird, werden wir sehen – vielleicht gibt es dazu also irgendwann noch ein Update.
Ich hingegen perfektionierte das Berliner Nichtstun.
Später sammelten wir noch Cafés, Bars und Restaurants in unserer Umgebung. Langsam entsteht eine kleine Karte mit Orten, die wir unbedingt ausprobieren möchten.
Berlin bietet definitiv genug Auswahl.
Abends wurde dann endlich der Beamer eingeweiht.
Nach gefühlt einer Stunde Seriensuche landeten wir bei … nichts Besonderem.
Aber genau das war irgendwie der perfekte Abend.
> Pistazien.
> Sofa.
> Beamer.
Manchmal braucht es nicht mehr.


Am Sonntag startete der Tag mit einer kleinen Berlin-Enttäuschung:
gutes Brot finden.
Die ersten beiden Bäcker hatten morgens entweder gar kein Brot oder nur Semmeln. Und die waren ungefähr auf dem Niveau von TK-Aufbackware.
Berlin, daran müssen wir noch arbeiten.
Danach ging es zum Fahrradmarkt nach Moabit, wo ich mein Fahrrad eigentlich tauschen wollte. Wie das ausgegangen ist, wisst ihr ja bereits.
Nach dem Fahrradmarkt gönnten wir uns unseren ersten richtig guten Kaffee in Berlin. Das Café war klein, gemütlich und genau nach unserem Geschmack. Teresa bestellte einen „f*cking good Iced Coffee“. Ich hatte kurz überlegt, denselben zu nehmen. Zum Glück habe ich mich dagegen entschieden.
Sehr besonders – aber nichts für mich.

Anschließend schauten wir noch kurz über einen Trödelmarkt, bevor das sportliche Highlight des Wochenendes anstand.
Oder eher der Tiefpunkt: HIIT.
Die Trainerin hatte viel zu gute Laune. Sie lächelte die komplette Stunde, motivierte alle und sah dabei aus, als wäre das alles überhaupt kein Problem.
Ich hingegen war irgendwann hauptsächlich damit beschäftigt, nicht umzukippen.
Selten haben sechzig Minuten so lange gedauert.
Als wir danach draußen in der Sonne standen, wurde uns erst bewusst, was an diesem Wochenende alles in Berlin los war.
Fashion Week.
48 Stunden Neukölln.
Unzählige weitere Veranstaltungen.
Und wir?
Wir waren hauptsächlich damit beschäftigt, unser eigenes Wochenende zu überleben.
Aber ehrlich gesagt war das auch völlig okay.
Unser erstes Wochenende war voll genug.
Und falls wir in den nächsten Wochen noch einmal auf die Idee kommen sollten, sonntags freiwillig HIIT zu machen, erinnert uns bitte einfach an diesen Beitrag.

Berlin Tipp #6: LiLO Berlin
Ein kleiner Laden in Charlottenburg mit Kleidung, Wohnaccessoires und sehr viel Gefahr für den eigenen Geldbeutel.
Berlin Flopp #3: Gutes Brot
Zwei Bäcker, kein Brot und Semmeln auf TK-Niveau.